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Pferde und Reiten

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Pferde in Schweden wieder zugenommen, überall in den ländlichen Gebieten ist das unschwer zu erkennen. Zum ersten Mal in der jüngsten Geschichte übertrifft die Anzahl der Pferde inzwischen die der Kühe.

Jedoch haben sich die bevorzugten Rassen verändert. Die Arbeitspferde, Ardenner und Nordschwedische, sind von den Reitpferden, Halb- und auch Vollblut, verdrängt worden.


Vom Arbeitspferd…
Bevor die Feld- und Waldarbeit durch Traktoren, Erntemaschinen und Schlepper effizient erledigt werden konnte war das Arbeitspferd der Lebensnerv in Wald und Flur. Auf vielen Höfen liegt immer noch in einer verlassenen Ecke das vor nicht all zu langer Zeit noch benötigte Arbeitsgerät aus der Zeit der Pferde: Pflug, Egge, Sämaschine, Mähmaschine, Mäher, Heuwender und vieles mehr. In den Wäldern verluden die Pferde die Stämme auf die Lastschlitten oder schleppten sie aus dem Wald.

Der ständige Begleiter bei der täglichen Arbeit wurde von Motorenkraft verdrängt, das hat gute und schlechte Seiten. Die neuen Arbeitsgeräte konnten wirksamer eingesetzt werden, sie wurden weder müde noch krank und konnten nach einem Unfall schnell repariert werden.

Die Anzahl der Arbeitspferde nahm ab, etliche Pferdezuchten wurden eingestellt. In ein paar Jahrzehnten verschwand die Flotte der Arbeitspferde, die vor allem aus dem Ardenner und Nordschwedischen Kaltblut bestanden hat.



… zum Freizeitpferd
Der heutzutage immer stärker dem Arbeitsstress unterliegende Mensch sich nach recht kurzer Zeit wieder dem traditionellen Arbeitsgerät Pferd zugewendet, nur aus einer anderen Perspektive. Die schweren Arbeitstiere wurden eingetauscht gegen solche, die höher springen, schneller laufen oder zu Musik sowohl vorwärts als auch rückwärts gehen, meistens Halb- und Vollblüter. Die fortschreitende Ökonomisierung machte vielen Menschen die Anschaffung eines Freizeitpferdes möglich, und sie träumen davon, ihr Hobby, so wie die schwedische Springreiterin Malin Baryard, zur Einnahmequelle werden zu lassen. Dieses bleibt wenigen vorbehalten, die meisten Pferdebesitzer und –besitzerinnen nutzen ihr Tier für das eigene Freizeitvergnügen.

Die moderne „Pferdeindustrie“ setzt in Schweden jährlich Millionen um und heizt dem Interesse sowohl Erwachsener als auch Jugendlicher immer wieder neu ein. Den ländlichen Gegenden entstand dadurch eine neue Erwerbsquelle. In Zeiten unsicherer Einnahmen aus der Landwirtschaft konnten Bauernhöfe ein zweites Standbein errichten, indem sie Ställe und Ausläufe bauten und beleuchtete Reitplätze errichteten.



Das Pferd ist zurück – auch bei uns
So wie oben im historischen Abriss beschrieben, ist auch auf unseren Ormsätter Hof das Pferd zurückgekehrt.

Mein Großvater Birger hielt Ardenner und auch einige Nordschwedische. Über einige Zeit besaß er auch Hengste und die Nachbarn der Gemeinde brachten ihre Stuten zu uns. Die Land- und Forstwirtschaft lebte durch das Pferd und gab damals vielen Menschen Arbeit auf dem Hof.

Aber auch nach Vikbolandet fand der Trecker seinen Weg und nach und nach verringerte sich die Zahl der Hilfskräfte und der Pferde. Zurück blieben die Wagen, Schlitten, Joche, Zaumzeug, Riemen und Schäfte, die mein Vater bei der Arbeit verwendet hat – alles Erinnerungen.

Schließlich ist auf viele Höfe, so auch auf unseren, das Pferd zurückgekehrt! Meine Frau hat hier das größte Interesse an Pferden, stark unterstützt von meinem Vater. Ich halte mich dabei etwas zurück, sorge für das Futter und repariere Zäune, aber das macht mir Freude.



Halbblut und Nordschwedische Rasse
Als meine Frau vor einigen Jahren ihr erstes Pferd bekam, ein Halbblut, dauerte es nicht lange, bis mein Vater ein (Man sehe und staune!) Nordschwedisches dazu erwarb. Ein Pferdetrailer mit einer Nordschwedischen Stute, Uni, kam von Kare Gustavsson aus Emmetorp bei Hällestad im nördlichen Östergötland.

Nach einem Jahr kam uns der Gedanke, von der Stute ein Fohlen zu haben. Nach einem weiteren Jahr wurde ein Hengstfohlen geboren, Lundar (nach dem Vater, Lindar), das sich sehr gut entwickelt hat und nach den Richtlinien der Vereinigung Nordschwedischer Pferde als Zuchthengst verwendet werden darf.

Einige Jahre später hatten wir ein zweites Nordschwedisches Fohlen, eine Stute namens Zoega. Wir verloren keine Zeit, noch im gleichen Sommer ließen wir Uni auf Emmetorp wieder decken. Das nächste Fohlen wird im Mai 2006 zur Welt kommen, so dass wir dann vier Pferde haben. Drei Nordschwedische und ein Halbblut. Wie viele es noch werden mögen?

Verfolgen Sie die aufregende Fortsetzung unter www.ormsatter.se



Rickard & Malin Hellström
Jonsberg Ormsätter
610 26 Vikbolandet
Telefon: +46 125-311 54
Handy: +46 70-799 80 00
info@ormsatter.se